w i l l k o m m e n
 
Der Arbeitskreis HAMBURG POSTKOLONIAL ist tätig im Sinne vor allem der folgenden Artikel der Erklärung der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus von Durban 2001.
Die Durban-Beschlüsse mit ihren insgesamt 219 Erklärungen sind hier zu finden.
 
13. Wir erkennen an, dass die Sklaverei und der Sklavenhandel, namentlich der transatlantische Sklavenhandel, furchtbare Tragödien in der Geschichte der Menschheit waren, nicht nur wegen ihrer entsetzlichen Barbarei, sondern auch wegen ihres Ausmaßes, ihres organisierten Charakters und insbesondere der Aberkennung des Menschseins der Opfer, und erkennen ferner an, dass Sklaverei und Sklavenhandel ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind und zu allen Zeiten als solches hätten gelten sollen, insbesondere der transatlantische Sklavenhandel, und dass sie zu den Hauptursachen und -erscheinungsformen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, der Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz zählen und dass Afrikaner und Menschen afrikanischer Abstammung, Asiaten und Menschen asiatischer Abstammung sowie indigene Völker Opfer dieser Handlungen waren und nach wie vor Opfer ihrer Folgen sind;
 
14. Wir erkennen an, dass der Kolonialismus zu Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz geführt hat und dass Afrikaner und Menschen afrikanischer Abstammung, Menschen asiatischer Abstammung sowie indigene Völker Opfer des Kolonialismus waren und nach wie vor Opfer ihrer Folgen sind. Wir erkennen das Leid an, das durch den Kolonialismus verursacht wurde, und erklären, dass der Kolonialismus, wo und wann immer er aufgetreten ist, verurteilt und sein erneutes Auftreten verhindert werden muss. Wir bedauern ferner, dass die Auswirkungen und das Fortbestehen dieser Strukturen und Praktiken zu den heute in vielen Teilen der Welt fortdauernden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten mit beigetragen haben;
 
15. Wir erkennen an, dass Apartheid und Völkermord nach dem Völkerrecht Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen und zu den Hauptursachen und -erscheinungsformen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, der Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz gehören, erkennen außerdem an, dass diese Handlungen unbeschreibliches Übel und Leid verursacht haben, und erklären, dass Apartheid und Völkermord, wo und wann immer sie aufgetreten sind, verurteilt werden müssen und dass ihr erneutes Auftreten verhindert werden muss;
 
34. Wir erkennen an, dass Menschen afrikanischer Abstammung über Jahrhunderte hinweg Opfer von Rassismus, Rassendiskriminierung und Versklavung waren und dass ihnen die Geschichte eine Vielzahl ihrer Rechte vorenthalten hat, und erklären, dass sie mit Fairness und Achtung vor ihrer Würde zu behandeln sind und in keiner Weise diskriminiert werden dürfen. Daher gilt es, ihren folgenden Rechten Anerkennung zu verleihen: ihrem Recht auf Kultur und ihre eigene Identität, auf freie und gleichberechtigte Teilhabe am politischen, sozialen, wirtschaftli- chen und kulturellen Leben, auf Entwicklung im Rahmen ihrer eigenen Bestrebungen und Bräuche, auf die Bewahrung, Pflege und Förderung ihrer eigenen Organisationsformen, ihrer Lebensweise, Kultur, Traditionen und religiösen Ausdrucksformen, auf die Bewahrung und den Gebrauch ihrer eigenen Sprachen, auf den Schutz ihres traditionellen Wissens und ihres kulturellen und künstlerischen Erbes, auf die Verwendung, den Genuss und die Erhaltung der erneuerbaren natürlichen Ressourcen ihres Lebensraums, auf aktive Mitwirkung an der Konzeption, Durchführung und Entwicklung von Bildungssystemen und -programmen, einschließlich derjenigen von spezieller oder charakteristischer Art, sowie gegebenenfalls auf das von ihren Vorfahren bewohnte Land;
 
98. Wir betonen, wie wichtig und notwendig es ist, die Fakten und die Wahrheit der Menschheitsgeschichte von der Antike bis zur jüngsten Vergangenheit sowie die Fakten und die Wahrheit der Geschichte, der Ursachen, des Wesens und der Folgen von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz zu lehren, mit dem Ziel, eine umfassende und objektive Kenntnis der Tragödien der Vergangenheit zu erreichen;
 
99. Wir anerkennen und bedauern zutiefst, dass Sklaverei, Sklavenhandel, der transatlantische Sklavenhandel, Apartheid, Kolonialismus und Völkermord Millionen von Männern, Frauen und Kindern schwerstes Leid und tragisches Elend angetan haben, wir fordern die betreffenden Staaten auf, den Opfern der Tragödien der Vergangenheit ein ehrendes Andenken zu bewahren, und bekräftigen, dass diese Tragödien verurteilt werden müssen, wo und wann immer sie aufgetreten sind, und dass ihr erneutes Auftreten verhütet werden muss. Wir bedauern, dass diese politischen, sozioökonomischen und kulturellen Praktiken und Strukturen zu Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz geführt haben;
 
100. Wir anerkennen und bedauern zutiefst, dass Millionen von Männern, Frauen und Kindern als Folge von Sklaverei, Sklavenhandel, transatlantischem Sklavenhandel, Apartheid, Völkermord und den Tragödien der Vergan- genheit unbeschreibliches Leid und Übel angetan wurde. Wir nehmen ferner davon Kenntnis, dass einige Staaten die Initiative zur Entschuldigung ergriffen und in angebrachten Fällen Wiedergutmachungszahlungen für schwerwiegende und massive Verstöße geleistet haben;
 
101. Mit dem Ziel, diese dunklen Kapitel der Geschichte zu schließen, und als Mittel zur Aussöhnung und Heilung bitten wir die internationale Gemeinschaft und ihre Mitglieder, den Opfern dieser Tragödien ein ehrendes Andenken zu bewahren. Wir nehmen ferner davon Kenntnis, dass einige Staaten die Initiative ergriffen haben, um ihr Bedauern oder ihre Reue zum Ausdruck zu bringen oder Entschuldigungen auszusprechen, und fordern alle diejenigen, die noch nicht dazu beigetragen haben, die Würde der Opfer wiederherzustellen, auf, geeignete Mittel und Wege zu finden, um dies zu tun, und danken zu diesem Zweck denjenigen Ländern, die solche Schritte unternommen haben;
 
102. Wir sind uns der moralischen Verpflichtung aller Staaten, die es betrifft, bewusst und fordern diese Staa- ten auf, geeignete und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um den anhaltenden Folgen dieser Praktiken ein Ende zu setzen und sie rückgängig zu machen;
 
104. Wir bekräftigen außerdem mit Nachdruck als dringendes Erfordernis der Gerechtigkeit, dass den Opfern von Menschenrechtsverletzungen infolge von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz insbesondere in Anbetracht ihrer sozial, kulturell und wirtschaftlich gefährdeten Lage der Zugang zur Justiz, so auch gegebenenfalls rechtlichem Beistand, sowie zu wirksamem und geeignetem Schutz und Rechtsbehelfen zu gewährleisten ist, einschließlich des Rechts, eine gerechte und angemessene Wiedergutmachung oder Genugtuung für infolge von Diskriminierung erlittene Schäden zu fordern, wie in zahlreichen internationalen und regionalen Rechtsakten auf dem Gebiet der Menschenrechte verankert, insbesondere in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung;
 
 
 
 

 

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news
 
13.5.2017
SANKOFA
ALTONA IN DER KARIBIK Veranstaltungsreihe
Mai - September 2017
· zur Erinnerung an den Verkauf der dänischen Karibikinseln an die USA vor 100 Jahren
· Kartierung städtischer Spuren des transatlantischen Dreieckshandels mit versklavten Menschen
Künstler- und Museumsgespräche | Literaturlesungen |Ausstellungen |
Art Bike Tours | postkoloniale Stadtrundgänge | Kurzfilme | Kinofilme

 
31.01.2017
In einem Offenen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz kritisiert die Association of the Ovaherero Genocide in the USA (OGA) Hamburgs fortgesetzte Ehrung von Kolonialverbrechern, die maßgeblich am Völkermord an ihren Vorfahren beteiligt waren. Der Opferverband nimmt Anstoß am Umgang der Stadt mit dem "Trotha-Haus" in Hamburg-Jenfeld und an den zwei Straßennamen, die nach wie vor den Kolonialhandelsherrn Adolph Woermann ehren. Die OGA ist ebenso darüber schockiert, dass die Hauptkirche St. Michaelis noch immer Hamburgs gefallene Kolonialkrieger im damaligen "Deutsch-Südwestafrika" auf einer Ehrentafel glorifiziert. Dabei hatte sich bereits vor 15 Jahren Louis Henri Seukwa in seiner Rede in St. Michaelis dezidiert auf die unkommentiert gebliebene Gedenktafel bezogen und eine zweite Tafel in Erinnerung an die Opfer unter den Kolonisierten gefordert. Seine Initiative entfachte eine bis heute anhaltende öffentliche Debatte. Für eine dekolonisierende Auseinandersetzung mit Hamburgs Geschichte bieten die Nachfahren der Opfer des Völkermords in Namibia den Dialog an.
Offener Brief der OGA >
Pressemitteilung >

 
11.12.2016
Heute abend spielt im Spiegelsaal des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe das barocke "Erzählkonzert 'Weihnachten bei den Schimmelmanns'". In einem Offenen Brief kritisieren wir diese Aufführung als unzulässige Verharmlosung der Schimmelmann-Familie. Heinrich Carl Schimmelmann war eine der zentralen Figuren im transatlantischen Handel mit versklavten Menschen und Besitzer der größten Zuckerplantagen auf den dänischen Karibikinseln.
Offener Brief >
Der Arbeitskreis protestierte, und das Museum will "künftig keine Sklavenhändler-Weinacht mehr" taz-Artikel vom 12.12.16

 
12.06.2016
Let the experts' voices speak: Ueriuka Tjikuaa, member of the Namibian delegation in the Commission for the Genocide's Question, in interview with Tania Mancheno

 
12.06.2016
Einladung zur Veranstaltung
Warum der Woermannsweg in Manga-Bell-Weg umbenannt werden sollte
Donnerstag
23. Juni 2016
18.30 Uhr
Treff Fuhlsbüttler Schleuse/
Alsterbrücke/Am Hasenberge/Woermannsweg
19 Uhr
Grüner Saal
Im Grünen Grunde  1d Hamburg
· Stadtteilrundgang
· Infos zur Kolonialgeschichte
· Lesung
· Filmabend
mehr > (pdf)

 
20.09.2015
PERFORMING BACK
Eine zukünftige Erinnerungsperformance zur deutschen Kolonialgeschichte
von Simone Dede Ayivi
09.10. und 10.10.2015
Lichthof Theater
Erinnerung ist keine Wellness-Oase, aber trotzdem eine Reise wert. Performing Back ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Kontinuität deutscher kolonialer Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht Simone Dede Ayivis akribische Spurensuche im scheinbar unscheinbaren Stadtbild. Begleitet von den Stimmen Schwarzer deutscher Aktivist_innen und Kulturschaffender, bereist sie Orte ehemaliger Völkerschauen, Kolonialdenkmäler und koloniale Straßengebilde, berichtet von Widerstand und Visionen, gibt Ausblicke und Rückblicke. Mit ihrer Kompilation aus Fundstücken dekonstruiert die Künstlerin koloniale und rassistische Bilderwelten und sucht nach neuen Formen einer postkolonialen Ästhetik.
Eine Veranstaltung von ISD Initiative Schwarze Menschen in Deutschland,
Regionalgruppe Hamburg - in Kooperation mit Arbeitskreis Hamburg Postkolonial und AG Queer Studies. Universität Hamburg
Trailer >
mehr > (pdf; Pressestimmen; Vorverkauf)

 
17.02.2015
Rede vor der Hamburger Bürgerschaft: Christa Goetsch, ausscheidende Abgeordnete von Bündnis 90/ die Grünen spricht am 27.01.2015 über das städtische Konzept "Aufarbeitung des kolonialen Erbes" und würdigt dabei endlich auch die Arbeit des ziviligesellschaftlichen Postkolonialbündnisses. Dennoch bleiben die Community der Menschen afrikanischer Herkunft und die People of Colour nach wie vor von der Konzeptentwicklung ausgeschlossen.
Rede (Film Youtube, 7 Min.)  

 
01.02.2015
NOT ABOUT US WITHOUT US
Selbstorganisationen von Menschen afrikanischer Herkunft und der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial bieten ihre Mitarbeit an Hamburgs stadtweiten Erinnerungskonzept zur Kolonialgeschichte an. Der Kulturausschuss wählt mit der Stimmenmehrheit der SPD und CDU das Angebot ab. Die Verbände protestieren: "Es ist nicht hinnehmbar, dass weiße Perspektiven auf die geteilte Kolonialgeschichte noch immer privilegiert werden".
Unsere Pressemitteilung
Our Press release
Protokoll des Kulturausschusses in der Hamburger Parlamentsdatenbank - Suchwort: Drucksache 20/14088 (vom 19.12.2014).

 
09.07.2014
Fehlstart in der Erinnerungskultur
Der Hamburger Senat hat gestern in Grundzügen ein Erinnerungskonzept zur Aufarbeitung der städtischen Kolonialgeschichte vorgestellt. Grundsätzlich begrüßen die Verbände Schwarzer und afrikanischer Menschen sowie postkoloniale Initiativen dieses bundesweit erste Konzept zur Aufarbeitung der kolonialen Stadtgeschichte, das sie selbst initiiert und seit Jahren eingefordert haben. Zugleich protestieren sie mit Nachdruck gegen den nicht hinnehmbaren Ausschluss ihrer Vertreter_innen aus der Entwicklung dieses Konzepts.
Pressemitteilung der Gremien und Initiativen >
Stellungnahme Senat >
Pressemitteilung Senat >

 
14.06.2014
Mit unseren eigenen Stimmen. Black is more than a (Black) Face ist ein Schwarzes Kulturfestival 14.6. - 3.7.2014, organisiert von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Regionalgruppe Hamburg. Die Veranstaltungsreihe ist die kritische Antwort der ISD auf ein Bühnenstück im Schauspielhaus Hamburg, das im Titel und in der Art der Aufführung diskriminierend ist.
Anlass und Programm >

 
07.01.2014
Jessica Köster, ehemalige Schülerin der Stadtteilschule Eidelstedt in Hamburg, ist Trägerin des Bertini-Preises.
"Samson Didos Tagebuch" ist ihre fiktive Beschreibung der Erlebnisse während einer realen Reise des kamerunischen Prinzen nach Deutschland im Jahre 1886.
mehr >

 
1.2.2013
Die Ausstellung 'Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart'
15.3. - 7.4. 2013
Westwerk Hamburg

 
22.1.2013
Die Bezirksversammlung Hamburg-Wandsbek hat einstimmig die Umbenennung zweier Kolonialstraßen beschlossen. In einem eigenen Antrag begrüßen die Selbstorganisationen Schwarzer und afrikanischer Menschen und solidarische NROs die Entscheidung. Sie fordern nun die BV Wandsbek auf, die Straßen nach afrikanischen Persönlichkeiten umzubenennen, sodass der historische Bezug zur Kolonialgeschichte erhalten bleibt.
der gemeinsame Antrag >
Pressemitteilung >

 
16.1.2013
Vor fast einem Jahr stellte die GAL an die Hamburgische Bürgerschaft den Antrag auf "Aufarbeitung des 'kolonialen Erbes' - Neustart in der Erinnerungskultur unter Einbeziehung der Partnerschaft mit Dar es Salaam". Leider hat der Kulturauschuss noch keine Zeit gefunden, den Antrag zu diskutieren.

 
AK HAMBURG POSTKOLONIAL stellt einen Antrag auf die Aberkennung der Ehrenbürgerschaften für Waldersee in Hamburg und Altona Dossier >

 
November 2011
Unsere Forderungen zum Umgang mit den NS-Kolonialdenkmälern
auf dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg-Jenfeld
 
 

 
archiv
 
Postkoloniale Stadtrundgänge 2014
 
'The Chain and its History'
Photographien von Jérôme Kouadio, 2013
 
HAMBURG postKOLONIAL
Vom Togokai zum Tanzaniapark
Eine Veranstaltungsreihe zur deutschen Kolonialgeschichte 2004-2005
 
 
 
 
 
 
 

letztes update: 13.5.2017